• Steuerberatung Jähn & Bieg

Neue Umzugskostenpauschalen für 2020 und 2021

Aktualisiert: 5. Aug 2021

Die erhöhten Umzugskostenpauschalen für einen beruflich bedingten Wohnungswechsel nach dem Bundesumzugskostengesetz ab 1.4.2021 bzw. ab 1.4.2022 wurden von der Finanzverwaltung veröffentlicht.

Sofern der Umzug beruflich veranlasst ist, können Großteile der Umzugskosten als Werbungskosten abgezogen oder vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt werden.



Als Umzugskosten gelten insbesondere:


Beförderungsauslagen: tatsächliche Auslagen für die Beförderung des Umzugsguts von der bisherigen zur neuen Wohnung (einschließlich Autobahnmaut und Transportversicherung).


Reisekosten zum neuen Wohnort - jedoch höchstens mit einer Begleitperson - sowie zur Suche und Besichtigung der neuen Wohnung, nicht jedoch für Informationsreisen zum neuen Wohnort.


Mietentschädigung bei 2 Mietverhältnissen für längstens 6 Monate, wenn die Miete für die alte Wohnung wegen bestehender Kündigungsfristen neben der Miete für die neue Wohnung weitergezahlt werden muss.


Mietentschädigung für die neue Wohnung längstens für 3 Monate, wenn die neue Wohnung noch nicht genutzt werden kann.


Wohnungsvermittlungsgebühren: ortsübliche Maklergebühren für Wohnung und Garage (die bei einem Grundstücks- oder Wohnungskauf angefallenen Maklergebühren können jedoch nicht angesetzt werden).


Maßgeblich für die Ermittlung der Pauschalen ist der Tag vor dem Einladen des Umzugsguts.


Zusätzliche Unterrichtskosten

Auslagen für einen durch den Umzug verursachten zusätzlichen Unterricht der Kinder des Umziehenden sind bis zu 20 % des Endgrundgehalts der Besoldungsgruppe A 13 des Bundesbesoldungsgesetzes für jedes Kind abzugsfähig (§ 9 Abs. 2 BUKG). Die Steuerfreiheit der umzugsbedingten Unterrichtskosten je Kind ist damit


-ab dem 1.4.2021 auf 1.160 EUR begrenzt (vorher ab dem 1.6.2020 auf 1.146 EUR),

-ab dem 1.4.2022 auf 1.181 EUR begrenzt.


Sonstige Umzugsauslagen in nachgewiesener Höhe

Sonstige Umzugsauslagen sind in nachgewiesener Höhe abzugsfähig. Hierzu zählen: Trinkgelder an das Umzugspersonal, Aufwendungen für die Renovierung der alten Wohnung, Anzeigen zur Wohnungssuche, Auslagen für die notwendige Anschaffung von Vorhängen, Rollos, Vorhangstangen usw., Auslagen für das Umschreiben von Personalausweisen und Personenkraftfahrzeugen einschließlich der Auslagen für das Anschaffen und Anbringen der amtlichen Kennzeichen.

Hinweis: Renovierungsaufwendungen für die in der neuen Wohnung privat genutzten Räume bei einem beruflich veranlassten Umzug sind nicht steuerlich begünstigt (BFH, Beschluss v. 3.8.2012, X B 153/11).


Sonstige Umzugsauslagen ohne Nachweis

Neuerungen gibt es ebenfalls bei den sonstigen Umzugsauslagen ohne Nachweis. Für Umzüge ab dem 1.6.2020 können folgende Beträge in pauschaler Höhe steuerfrei erstattet oder als Werbungskosten abgezogen werden:

Der steuerfreie Pauschbetrag für sonstige Umzugsauslagen bei dem Umziehenden (§ 10 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 BUKG) beläuft sich auf

-ab dem 1.4.2021: 870 EUR;

-ab dem 1.4.2022: 886 EUR.


Für jede andere Person (Ehegatte, der Lebenspartner sowie die ledigen Kinder, Stief- und Pflegekinder, die auch nach dem Umzug mit dem Berechtigten in häuslicher Gemeinschaft leben (§ 10 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 BUKG) sind es

-ab dem 1.4.2021: jeweils 580 EUR;

-ab dem 1.4.2022: jeweils 590 EUR.


Wer am Tage vor dem Einladen des Umzugsguts keine Wohnung hatte oder nach dem Umzug keine eigene Wohnung einrichtet (§ 10 Abs. 2 BUKG), kann folgende Beträge ansetzen:

-ab dem 1.4.2021: jeweils 174 EUR;

-ab dem 1.4.2022: jeweils 177 EUR.


Weitere Informationen finden Sie bei Interesse: BMF, Schreiben v. 21.7.2021, IV C 5 - S 2353/20/10004 :002


Umzugskosten: Wann ist ein Umzug beruflich veranlasst

Ein beruflicher Anlass für den Umzug ist vorhanden, wenn er verursacht wird durch

- eine Versetzung,

- einen Arbeitsplatz-/Stellenwechsel,

- einen Wohnungswechsel aufgrund der erstmaligen Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit oder

- zur Begründung oder Beendigung einer doppelten Haushaltsführung des Arbeitnehmers.


Der Umzug ist auch beruflich veranlasst, wenn er im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse des Arbeitgebers durchgeführt oder von ihm gefordert wird.

Sofern der Umzug nicht mit einem Wechsel des Wohnorts oder des Arbeitsplatzes zusammenhängt, wird ein beruflicher Anlass zugestanden, wenn eine näher am Arbeitsplatz gelegene Wohnung bezogen wird, um die Entfernung zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte deutlich zu verkürzen. Hiervon ist auszugehen, wenn sich durch den Umzug die Zeitspanne für die Fahrten zur Tätigkeitsstätte um mindestens eine Stunde täglich vermindert.


Weitere Informationen finden Sie bei Interesse unter:

https://www.haufe.de/steuern/gesetzgebung-politik/umzugskostenpauschale-nach-bukg-steigt-an_168_395666.html

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